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Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 02/10 vom 13.01.2010

Es mag ein bisschen spät kommen (was damit zusammenhängt, dass der Erscheinungszyklus des Falter vom Azorenhoch und dem Chinesischen Horoskop abhängt – 2010: Jahr der Pekingente), aber wir sagen zunächst einmal „Guten Tag“ und wünschen ein wunderschönes Neues Jahr. Immer freundlich bleiben, das hatten wir so vereinbart! Ein bisschen was muss sich schon ändern, sagt Peter Sloterdijk, und der hat ja auch manchmal Recht. Die Feng-Shui-Ecke zum Beispiel hat sich mittlerweile zu einer Art Wellness-Zone für spirituell richtungslose Kettenraucher entwickelt: Neben einer 4C-Kopie eines Fotos, das die Falter-Fußballmannschaft nach dem Triumph über die profil-Auswahl zeigt (2009), ist viel freundlich-fernöstlicher Wohlfühlnippes zu finden: eine mit japanischen (?) Schriftzeichen (??) bepinselte Glückskatze, ein Tonteekanne und ein Bildchen, auf dem eine Gottheit (?) steppt (??), die irgendwie thailändisch aussieht (???). Sie alle stehen dort, um uns Glück und Götter gewogen zu halten, denn 2009 war nicht nur aus Sicht der Falter-Fußballmannschaft, sondern des Falter überhaupt erfreulich erfolgreich – wie der Chefredakteur im Rahmen der traditionellen Weihnachtsansprachen im traditionell überschwänglichen Tonfall eines präsuizidalen nordkaukasischen Eichhörnchens glaubhaft bekanntgab.

Im Großen und Ganzen ist also auch 2010 alles wie immer: Julia Ortner und Christopher Wurmdobler versuchen auf dem Redaktionsfernseher Dominic Heinzl zu erkennen, und Ingrid Brodnig fragt alle nach Schimpfwörtern für Kärntner Politiker. 2010 wird bombig!


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