Meinesgleichen

Ist der Falter rassistisch? No, Sir!

Falter & Meinung | aus FALTER 02/10 vom 13.01.2010

Ein Wort zu Simon Inou. In der satirischen Falter-Rückschau „Best of Böse“ belegte er Platz 86. Er hatte die antirassistisch gemeinte Ansage eines Theaters verurteilt, das verkündete, es werde „nur noch mit echten Chinesen, Jugos, Kurden, Negern …“ spielen. Die satirische Absicht war, Inous Kritik an dieser Aussage satirisch zu geißeln und Inou damit zugleich zu kritisieren und einzugemeinden. Es sind ja nicht alle Menschen unsere Todfeinde, die auf der Bösen Liste stehen, manche werden dort auch sanft geneckt und nicht als grundböse betrachtet, man denke an Dagmar Koller oder an Dauergäste wie Kunsthallendirektor Gerald Matt. Auch der „Dolm“ bezeichnet nicht unbedingt ein intolerables Anderssein; SP-Klubobmann Josef Cap führte eine Stricherlliste im internen Wettkampf mit Alfred Gusenbauer (Cap gewann).

Dass wir nicht Simon Inou als böse, sondern nur eine seiner Handlungen als „böse“ betrachten, zeigt die Tatsache, dass wir ihn und sein medial-integratives Tun für wichtig genug hielten, um es in einem Porträt zu würdigen (Falter 37/09). Dennoch: Falls wir Simon Inou gekränkt haben, entschuldigen wir uns bei ihm.

Auf einem anderen Blatt stehen die reflexartigen Unterstützer Inous, die sich, gerufen oder ungerufen, wie üblich halb informiert, aber doppelt entschlossen mit dem ganzen Furor ihrer unsozialen Netzwerke zusammenrotteten und den Falter in den moralischen Orkus stießen. Auf alle bösen Listen mit ihnen!


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige