Chefetage gegen Wachstube: der Folterfall Bakary J. und die gefährliche „Cop-Culture“ der Wiener Polizei

Politik | aus FALTER 02/10 vom 13.01.2010

Analyse: Florian Klenk

Die Wiener Polizeiführung atmet durch. Endlich hat die Disziplinarbehörde jene Beamten entlassen, die den Schubhäftling und Drogendealer Bakary J. in einer Lagerhalle folterten. Kann die Chefetage zur Tagesordnung übergehen? Nein. Die Exekutive hat sich nämlich nicht „von unten“ selbst gereinigt. Erst durch die Intervention des von den Polizeichefs zu Hilfe gerufenen Verwaltungsgerichtshofs wurde die Entlassung „von oben“ erzwungen. Die unabhängigen, mit Personalvertretern besetzten Disziplinarbehörden beurteilten Folter zunächst wie ein lässliches Kavaliersdelikt und beließen die Kollegen im Dienst. Beamte der Sondereinheit Wega sammelten sogar Geld für ihre kriminellen Kumpel.

Auch die Justiz versagte. Nur acht Monate bedingte Haft lautete das Schandurteil. Die Beamten seien „geständig“ gewesen, so die Begründung. Tatsächlich hatten die Angeklagten zuerst ihr Opfer bezichtigt, sich selbst verletzt zu haben. Erst penible Ermittlungen des Büros

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