Was wir nicht über das Internet wissen müssen

Politik | aus FALTER 02/10 vom 13.01.2010

Der Vorzeige-Start-up-Gründer Ibrahim Evsan verspricht eine Überlebensfibel fürs digitale Zeitalter – und bleibt sie schuldig

Rezension: Jana Herwig

Auf dem Umschlag interveniert ein Mauszeiger in Michelangelos Schöpfungsszene. Der Untertitel „Was wir über das Internet wissen müssen, wenn wir überleben wollen“ soll uns das Buch als Überlebensfibel im digitalen Zeitalter empfehlen. Doch was der Autor Ibrahim Evsan, immerhin einer von Deutschlands Vorzeige-Start-up-Gründern, in „Der Fixierungscode“ in fünf Kapiteln anekdotisch ausbreitet, bietet statt Denkanstößen vor allem Bauchkritik und sonst wenig Neues.

So gilt das Netz Evsan als „Parallelwelt“, in der Onliner wie er „konsequent ein zweites Leben“ führen. Wir lernen, dass Arbeitgeber googeln und nur existiert, wer ergoogelt werden kann. „Im Internet verschollen“ seien die Spielsüchtigen, und während Onliner nach dem Tod im Web weiterleben, seien Offliner in der digitalen Evolution längst abgeschlagen.

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