Nachgesehen

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Politik | Martin Gantner | aus FALTER 02/10 vom 13.01.2010

Matthew Kamara: ein Schwarzer inmitten der blauen Gefolgschaft

Die FPÖ ist international!“, tönt es aus den Lautsprechern. 2500 Besucher applaudieren verhalten. Ihnen sind die alten Parolen lieber, und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache gibt den Frühschoppern beim freiheitlichen Neujahrstreffen, wonach sie gieren: „Erstaufnahmezentrum ja, aber in der Ukraine oder in Nordafrika!“ Tosender Applaus von den Bänken. Dann wieder die Botschaft: Neoösterreicher, die sich ordentlich aufführen, hätten nichts zu befürchten, beteuert H.-C. Matthew Kamara fürchtet sich nicht. Dabei hätte er allen Grund dazu. Denn Kamara ist der einzige Schwarze inmitten der blauen Gefolgschaft. Einige wenige Kahlrasierte sind auch darunter. Der 39-jährige Wiener verkauft Getränke. „Bis jetzt bin ich nicht deppert angesprochen worden“, wundert er sich. Auch wenn ihm die ausländerfeindlichen Ansagen der FPÖ nerven, ist er überzeugt: „Alle Parteien haben versagt: Sie lassen die Leute ins Land und geben ihnen dann keine Arbeit. Das geht nicht gut.“


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