Mediaforschung

Nachfragekolumne

Medien | Lukas Plank | aus FALTER 02/10 vom 13.01.2010

Was ist so toll an einem selbstbemalten Board, Herr Ladler?

Snowboarder sitzen bei einem Bier und philosophieren über ihren Sport. Etwas Neues muss her, finden sie. Etwas Revolutionäres. „Und dann war plötzlich diese Idee da: Jeder Snowboarder sollte sein individuell designtes Board haben“, erzählt der Kärntner Charly Ladler, der damals mit seinen Freunden beisammensaß. Heute ist er Geschäftsführer der Antero Snowboarding Company.

Aus der Idee vom individuellen Snowboard ist ein Verkaufskonzept geworden. Unter www.anterosnowboarding.com kann man sich sein eigenes Brett designen. Foto hochladen, vorgefertigtes Design einfärben oder eine eigene Gestaltung entwerfen. Fertig ist das persönliche Board.

Ladler war von der Idee von Anfang an begeistert. Trotzdem sollte es weitere zwei Jahre dauern, bis die Website online ging. Wie erreicht man die Boarder-Community am besten? Wodurch kann die Website zum Treffpunkt werden? Wie muss sie gestaltet sein, damit das Designen Spaß macht? „All diese Fragen wollten wir beantwortet haben, bevor wir unsere Idee in die Tat umsetzten“, sagt Ladler.

Hinter den selbstbemalten Boards stehen deswegen nicht nur Ladler und eine Gruppe begeisterter Snowboarder, sondern auch einige wissenschaftliche Forschungsarbeiten. Unter anderem haben Studierende an der TU Wien das Konzept weiterentwickelt. Pünktlich zur Snowboard-Saison wurde das Board nun an Unis beworben. Die Agentur Sales Crew sprach dort Studenten an, die Kernzielgruppe von Antero.

Aber geht es beim Snowboarden nicht vor allem um Spaß und Schnee und weniger darum, welche Farbe das Brett hat? „Die gesamte Board-Sportkultur steht im Zeichen der Individualisierung“, meint Ladler. Deswegen funktioniere die Idee so gut. Denn: „Snowboarder machen fast alles, um anders zu sein.“


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