Wie gedruckt

Pressekolumne

Medien | Martin Gantner | aus FALTER 02/10 vom 13.01.2010

Jetzt also 2010. In publizistischer Hinsicht wird man da an zwei Blättern nicht vorbeikommen. Heute-Chefin Eva Dichand hat ja bereits angekündigt, trotz Krise und allem an einer Sonntagsausgabe der U-Bahn-Postille zu basteln. Ähnlich wie der deutsche Stern wäre auch in heute eine Serie über den Islam vorstellbar. Das letzte Mal, als ein hiesiger Großer versuchte, eine Zeitung nach deutschem Ebenbild zu schaffen, hieß das Ergebnis Österreich. Die Macher von vom gehen daher den umgekehrten Weg und bringen den Deutschen Ösi-Journalismus. Das neue Hochglanz-Fanzine für Freunde der Volksmusik wird vom Start weg auch am deutschen Kiosk verkauft und verspricht „Die Szene, Die Konzerte & Die TV-Sendungen“ – eine gedruckte No-Go-Area für Stadl-Skeptiker. Vom beschreibt das eigentliche Erbe des Mauerfalls so: „Die Stars, die aus dem Osten kommen“: Gunter Emmerlich, Carmen Nebel und Stefanie Hertel. Ohne sie ist ein „Musikantenstadl“ „nicht mehr vorstellbar“, Ostalgie, aber verständlich. Kann also nur besser werden.


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