Venus im Pelzchen

Feuilleton | aus FALTER 02/10 vom 13.01.2010

Alltag vs. Schönheit: Die junge Choreografin Doris Uhlich verbindet Tanz mit Witz und Poesie

Porträt: Christopher Wurmdobler

Die Ballerina poltert. Mit schwerem Schuhwerk stampft sie ihren Körper in den Bühnenboden wie Rumpelstilzchen. Kurz zuvor sah man die Tänzerin Susanne Kirnbauer noch auf Spitzenschuhen fast schwebend. Für das Stück „Spitze“ (2008), das sich mit den Konventionen und Codes des klassischen Balletts befasst, hat die ehemalige Primaballerina der Wiener Staatsoper nach Jahrzehnten wieder trainiert. Beim Spitzenschuhkauf blickte die Verkäuferin im Tanzfachgeschäft den Star, inzwischen 67, verwundert an: in Ihrem Alter? Etwas früher hatte dort bereits die Choreografin von „Spitze“ das Personal verunsichert. Doris Uhlich legte sich im selben Geschäft Schuhe zu, um Spitzentanz zu lernen: mit Ihrer Statur? Ja, genau.

Doris Uhlich, Jahrgang 1977, zählt zu den erfolgreichsten jungen Choreografen aus Österreich. Ihre Arbeiten waren auf Festivals in ganz Europa


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