Der letzte Wiener Winter des Magnetiseurs

Feuilleton | aus FALTER 02/10 vom 13.01.2010

Alissa Walser hat sich Franz Anton Mesmer zum Protagonisten ihres Romandebüts „Am Anfang war die Nacht Musik“ erkoren

Buchkritik: Klaus Nüchtern

Franz Anton Mesmer (1734–1815) war eine illustre Gestalt im Geistes-, und man ist geneigt hinzuzufügen: Geisterleben seiner Zeit. Als Begründer der Lehre vom animalischen Magnetismus steht er gleichsam an der Schnittstelle von Wissenschaft und Esoterik, Aufklärung und Obskurantismus, und es ist kein Wunder, dass diese geistesgeschichtlich hochaufgeladene Gestalt die Fantasie vieler entzündet hat: von der Literatur (u.a. Stefan Zweig und Per Olov Enquist) bis zum Film (Roger Spotiswoodes „Mesmer“ – mit Alan Rickman in der Titelrolle).

Nun hat sich also Alissa Walser der schillernden Figur angenommen und sie zum Protagonisten ihres relativ späten Romandebüts gemacht. Walser, Jahrgang 1961, erhielt 1992 den Ingeborg-Bachmann-Preis und hat seitdem eine eher ruhige Schriftstellerkarriere hingelegt: Erzählungen, Storys, Stücke, die


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