Stadtrand

Urbanismuskolumne

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 02/10 vom 13.01.2010

Es muss ja nicht unbedingt Hummer sein

Diesmal geht es hier wirklich an den Stadtrand. Und zwar mit dem Taxi. Weil es kalt ist. Weil man getrunken hat. Weil man sich ja sonst nichts gönnt. Alle Versuche, jemals wieder das Bollywood-Taxi zu erwischen, das angeblich immer noch in Wien unterwegs ist, schlugen fehl. Weder wurde es das Country-und-Western-Taxi noch das Kleinwagentaxi mit dem stark übergewichtigen Fahrer, der fast auf der Rückbank sitzen muss. Es wurde das Hummer-Taxi. Ganz zufällig, weil man anderen den Vortritt gelassen hatte, hielt das schwere Gefährt mit dem 50-Liter-Sprit-Verbrauch. Von Angebern für Angeber. Und schon saß man drin. Dass der Mann am Steuer das Gesicht verzog, als er erfuhr, wo die Reise hinging (Hirschstetten!), war fast nicht zu erkennen: Die Entfernung innerhalb des Wagens war einfach sehr groß. Nach einer langen Reise durch die Nacht sagte das Hummer-Taxometer, was es kosten soll. Das war okay. Dann aber bat der Hummer-Taxler um eine Spende für die Rückfahrt, der Sprit sei so teuer. Na und? Selbst schuld. Man muss ja nicht Hummer fahren!


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