Vom Erinnern und Vergasen

Stadtleben | aus FALTER 02/10 vom 13.01.2010

Die Leopoldstädter Czerningasse ist eine Straße der Widersprüche. Einer davon ist das „Vergaser“-Schild

Reportage: Eva Maria Bachinger

Efeu wächst im Innenhof, ein roter Lancia, Baujahr 79, sorgt für einen Farbtupfer. „Es ziehen hier immer mehr Tschuschen und Jugos ein“, meint Helmut Kniezanrek in seiner Betongarage. Seit 1964 arbeitet er hier, in der Czerningasse 7 im zweiten Bezirk. In der Werkstätte hat er gelernt und hier wird er sich auch in die Pension verabschieden. Seine Kunden: Autoliebhaber aus ganz Österreich. „Vergaser“ steht groß auf einem Schild an der Fassade. Vergasertechnik ist Kniezanreks Spezialität. „Der Vergaser eines Autos ist wie das Herz eines Menschen“, sagt er. Es vermische Kraftstoff und Luft, um den Motor zu betreiben. In modernen Pkws, sagt der Kenner, gebe es ihn allerdings nicht mehr.

Die Czerningasse ist ein widersprüchlicher Fleck: Schräg gegenüber der Vergaser-Werkstatt lebte der bekannte Psychiater Viktor Frankl – bis zu seiner


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