Bobo-Theater im Elfenbeinturm: Warum „Peepshow“ symptomatisch für die Probleme der Probebühne ist

Steiermark | aus FALTER 02/10 vom 13.01.2010

Theaterkritik: Gregor Schenker

Martina Stilp ist eine virtuose Schauspielerin. Wenngleich sie zur Premiere von Marie Brassards One-Woman-Stück „Peepshow“ einen eher langsamen Tag erwischt, switcht sie ansatzlos zwischen Stimmlagen und Haltungen der darin angerissenen Frauenschicksale, zwischen mädchenhafter Unschuld Rotkäppchens und wölfischem Machtbewusstsein. Erzählt anrissweise von Erfahrungen mit Bondage und selbst beigebrachten Wunden, die seelische Schmerzen vergessen machen sollen. Im Zentrum dieses Assoziationsraumes bleiben dabei immer die zwischenmenschliche Begegnung und ihre Gefahren.

Aber mit der Virtuosität ist das so eine Sache. Peter Zadek befand sie in seiner Autobiografie als langweilig. In einem intimen Rahmen, wie ihn die Probebühne bietet und wie er von Sophie Krayers in der als Mini-Amphitheater konzipierten Bühnen-Tribünenkonstruktion verstärkt wird, wirkt sie dann befremdlich. Umso mehr, als einem vermeintlicher Seelenstriptease tagtäglich vom Fernsehen


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