KabarettKritik

Niederösterreich brutal: immer auf die Kleinen

Lexikon | aus FALTER 03/10 vom 20.01.2010

Wieder einmal zeigt sich, dass des Österreichers und des Mannes Welt im Kabarett noch in Ordnung sind. Als „Dirty Pepi“ lehrt Pepi Hopf in verschiedenen Ausformungen der „Spezies männlicher Dorfbewohner irgendwo in Niederösterreich“ dem Rest der Welt nicht nur das Fürchten, sondern auch das Grausen. Als verkappter Humanist mit Pflasterstein auf der Autobahnbrücke, als patscherter Gemeinderat für Fremdenverkehr, als bauernschlauer Bürgermeister oder als Protagonist wahnwitziger Nachbarschaftsstreitereien sprudeln die Wuchteln nur so in alle Richtungen – aber eben auch reichlich in Richtung der Schwächeren, über die einfach drübergefahren wird. Nachdem sich Pepi Hopf, wie er selber sagt, hauptberuflich Gedanken macht, muss die Frage erlaubt sein: Soll man sein Publikum so explizit zu Lachern über häusliche Gewalt verleiten? Aufgeplusterten Kleingeistern und deren zerstörerischem Unwesen werden ohnehin genug Auftrittsfelder geboten. bh

Kabarett Niedermair, So 19.30


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige