Neu im Kino

Von der Leinwand zum Gemälde: „Séraphine“

Lexikon | Michael Omasta | aus FALTER 03/10 vom 20.01.2010

Dies ist die Geschichte eines deutschen Kunstpublizisten, der seine homosexuellen Neigungen ganz diskret in der französischen Provinz auslebt. Und es ist die Geschichte seiner Dienstmagd, einer ganz einfachen Frau, deren äußere Robustheit in direktem Widerspruch zu ihrer psychischen Verfasstheit, ihrer Sicht der Welt und, wie sich bald herausstellt, ihrer künstlerischen Vision steht. In großzügigen Ellipsen und kargen, farblich wunderbar abgestimmten Bildern erzählt Martin Provost aus dem Leben von „Séraphine“ Louis (1864–1942), einer zentralen, wiewohl bis heute weitgehend unbekannten Vertreterin der „Naiven Kunst“. Hier ist kein Furor, kaum Kitsch, keine Musik à la Hollywood, sondern ihre Besessenheit kommt von innen: Sie male ihre Bilder, sagt Yolande Moreau, die Séraphine des Films, einmal, „auf Befehl von oben“. Ein großartiger Film!

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