Neu im Kino

Willis will’s wissen – im Sci-Fi-Thriller „Surrogates“

Lexikon | Drehli Robnik | aus FALTER 03/10 vom 20.01.2010

Wie toll es ist, ganz im Avatar aufzugehen, zeigt uns einer gerade in 3 D; „Macht es nicht selbst“ singen uns andere in G-Dur. Gegen James Cameron und Tocotronic vertritt nun Regisseur Jonathan Mostow die Auffassung, es sei besser, man selbst zu sein als z.B. ein anderer oder gar „Mein zweites Ich“, wie sein Sci-Fi-Thriller „Surrogates“ auf Deutsch heißt. Mostow (der mit „Terminator 3“ fortsetzte, was Cameron einst begann) vertraut der Marke Eigenbau: In seiner zuckerlbunten Konsumkulturdystopie steuern alle perfekt gestylte Robot-Surrogate ihrer selbst als Erlebnistools durchs Leben und knotzen fett zuhause an Konsolen (statt etwa selber ins Kino zu gehen). Ein seit „Fahrenheit 451“ vertrautes Dekadenzbashingpanorama, hier mit Neo-noir-Actionplot, der die Robotfratze hinter der Botoxfratze entlarvt und den Rest des Echten rettet: Als wäre das Gegerbtheitsponem nicht die ultimative Imagemaske, gilt hier als Sieg, wenn Bruce Willis’ Cop-Surrogat mit Popperfrisur dem wahren Willis als Die-hard vom Dienst weicht. Toupé tut weh, aber Wahrheit ist auch keine Lösung.

Ab Fr in den Kinos (OF im Artis)


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige