Theater Tipp

Sinnliches Spiel mit der Illusionsmaschine

Steiermark | aus FALTER 03/10 vom 20.01.2010

In Graz hatte der ungarische Regiewüstling Viktor Bodó bereits mit Kafkas „Schloss“ und Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“ gespielt, bevor er sich Peter Handkes wortloses Drama „Die Stunde da wir nichts voneinander wussten“ vorknöpfte. Bodó macht nicht nur die im Stück von Handke ausgebreiteten Beobachtungen des Geschehens auf der Straße zum Ausgangspunkt seines Theaterkunststücks, sondern auch dessen theoretischen Überlegungen zum Thema Illusion. Mithilfe des Kameramanns Christian Schütz und der Musikabteilung entwirft Bodó in immer neuen sprachlosen Wiederholungen derselben Handlungsabläufe eine Vielzahl an Bildern und Ausschnitten aus der Wirklichkeit einer halbfinster flimmernden Stadt. Er spielt mit der Illusionsmaschine Theater wie mit einer Geliebten und nötigt das halbe Ensemble des Schauspielhauses ebenso wie die Mitglieder seiner erstmals in Graz zu erlebenden Szputnyik Shipping Company zu Höchstleistungen. HG

Schauspielhaus Graz, Sa 19.30


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