Kolumne

Ein Beben offenbart Schwächen europäischer Katastrophenhilfe

Außenpolitik

Falter & Meinung | Raimund Löw | aus FALTER 03/10 vom 20.01.2010

Es scheint, als ob die schlimmsten Geißeln der Menschheit alle gleichzeitig auf den Inselstaat Haiti niedergehen. Erdbeben und Hunger, Misswirtschaft und Hurrikan, Obskurantismus und die bittere Erblast der Sklaverei. Haiti ist Symbol für Elend und Revolte. Die Welle der internationalen Solidarität seit der Erdbebenkatastrophe ist einer jener wilden Pendelschläge, mit denen die Weltgeschichte die Antilleninsel in den letzen zwei Jahrhunderten wiederholt getroffen hat.

„Papa Doc“ Jean Claude Duvalier terrorisierte die Menschen jahrzehntelang als antikommunistischer Verbündeter der USA. Bis in die 90er-Jahre tobte der Kampf um den linken Expriester Jean-Bertrand Aristide. Erst Aristides Nachfolger, dem amtierenden Präsidenten Rene Preval, der im jüngsten Beben Amtssitz, Wohnhaus und seine halbe Familie verloren hat, gelang es, mithilfe hunderter Uno-Blauhelme ein Minimum an staatlicher Infrastruktur aufzubauen. Das alles ist jetzt verloren.

Auf der Insel Hispaniola, auf deren westlichem


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