Die Neuvermessung des Fortschritts

Politik | aus FALTER 03/10 vom 20.01.2010

Zwei britische Forscher stellen in einem beeindruckenden Buch neue Parameter auf, wie man Wirtschaftsentwicklung messen sollte

Rezension: Wolfgang Wieser

Die meisten Kommentatoren geben die Schuld an der wirtschaftlichen und sozialen Krise dem Kult eines unregulierten Wachstums, dem Leitfaden des globalen Kapitalismus. „Wann ist Schluss mit dem Blindflug?“, fragte auch Werner A. Perger kürzlich im Falter. Er sieht die Wurzel aller vergangenen und gegenwärtigen sozialen Krisen in der „weltweit etablierten Messmethode der Wirtschaftsentwicklung in Form des Bruttoinlandprodukts (Gross Domestic Product, GDP), eines rein quantitativen, auf jeweils aktuellen Marktpreisen beruhenden Kriteriums“. Perger: „Die Suche nach neuen Messmethoden für die Qualität des Lebens wäre übrigens auch ein passables Thema gerade für kleinere Länder, die weniger mit Tonnentabellen als mit Landschaft, Kultur und Erholungswert für sich werben. Das nur am Rande, falls in Wien jemand nach Anregungen


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