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Bücher, entstaubt (

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 03/10 vom 20.01.2010

Starker Staat, ganz schwach

Nacktscanner, Rufdatenrückerfassung, Anwesenheitspflicht für Flüchtlinge: Der Staat bekämpft nicht mehr nur das Verbrechen, sondern auch das Risiko, dass es geschieht. Immer häufiger werden polizeiliche Maßnahmen daher nicht nur gegen Verdächtige gesetzt, sondern gegen die Masse der Bevölkerung. Wie weit darf der Staat dabei gehen? Wer wird kriminalisiert – und wer ist kriminell? Zwei renommierte deutsche Publizisten (und Juristen) haben sich damit auseinandergesetzt. Heribert Prantl, Politikchef der Süddeutschen Zeitung, legte im Jahr 2002, kurz nach 9/11, eine Analyse der unersättlichen deutschen Sicherheitspolitik vor. Christian Bommarius von der Berliner Zeitung analysierte die Massenkriminalität des Normalbürgers, der gerne auf andere zeigt, aber auch selbst straffällig wird.

Heribert Prantl: Verdächtig. Der starke Staat und die Politik der inneren Unsicherheit. Europa, 2002, 154 S., bei Amazon ab € 3,99

Christian Bommarius: Wir kriminellen Deutschen. Siedler, 2004, 128 S., € 16,–


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