Technik

Dinge, die uns brauchen

Medien | aus FALTER 03/10 vom 20.01.2010

Gegen den Schlankheitswahn: Her mit den fetten Geräten!

Prüfbericht: Thomas Vašek

Auf die Größe kommt es an. Jahrelang wurden mobile Geräte immer winziger. Am Ende musste man fürchten, das Handy beim Telefonieren versehentlich zu verschlucken. Oder den Laptop irrtümlich mit dem Altpapier zu entsorgen. Doch die Zeiten des Schrumpfens sind vorbei. Die Chips werden immer kleiner, die Geräte wieder größer – die Ironie von Moores Gesetz. Heute hält man sich gern wieder ein Brikett ans Ohr. Große Displays und hunderterlei Funktionen sind den Herstellern wichtiger als ein paar Gramm Gewichtsersparnis. Schließlich will man ja nicht bloß telefonieren oder Texte schreiben, sondern mindestens im Web surfen, Mails tippen, seine Facebook-Seite pflegen oder „World of Warcraft“ spielen. Darum hat Googles Nexus One ein noch größeres Display als das iPhone. Darum bringt Nintendo demnächst seine DsiXL-Spielkonsole mit 4,2 Zoll statt wie bisher 3,2 Zoll Bildschirm. Und genau darum hat Amazon auch seinen neuen E-Book-Reader Kindle DX größer gemacht. Knapp 10 Zoll misst das Display, das reicht für Zeitungen und Magazine. Der Kingsize-Kindle kann zwar neuerdings PDFs per USB-Stick einlesen, bietet aber sonst nicht substanziell mehr als das Vorgängermodell Kindle 2. Und das Buchangebot besteht weiterhin hauptsächlich aus englischsprachigen Titeln. Was den Unterschied macht, ist allein die Größe. Und die reicht als Kaufargument. E-Books im Scheckkartenformat sind ein Witz. Und bei aller Liebe zu Reclam-Heften: Ein gutes Buch halte ich gern mit beiden Händen!

Thomas Vašek ist Journalist und Buchautor in München


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