Mach kein Drama!

Feuilleton | aus FALTER 03/10 vom 20.01.2010

Auf Wiens Off-Bühnen regiert das postdramatische Theater. Wie konnte es dazu kommen? Und was ist das überhaupt?

Crashkurs: Wolfgang Kralicek

Besonders einfallsreichen Regisseuren sagt man gerne nach, sie könnten auch das Telefonbuch inszenieren. Das ist dann aber eher scherzhaft gemeint. Durchaus ernst gemeint ist es, wenn der Wiener Regisseur Harald Posch demnächst den Geschäftsbericht eines internationalen Konzerns auf die Bühne bringt. „Auf Basis der aktuellen Eigenkapitalerfordernisse von nur vier Prozent stellt dies kein Problem dar“ heißt der Abend, der diese Woche in der kürzlich neu eröffneten Garage X, dem ehemaligen Ensemble Theater am Petersplatz, Premiere hat.

Mithilfe des Geschäftsberichts – um welchen Konzern es sich handelt, wird vor der Premiere nicht verraten – will Posch, einer der beiden Leiter der Garage X, die Finanzkrise analysieren. „Sprache hat etwas Verräterisches“, erklärt der Regisseur. „Und da steht schon alles drin! Eigentlich kann keiner


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