Der Mann, die Frau und ziemlich viele Worte

Feuilleton | aus FALTER 03/10 vom 20.01.2010

Altersweise und alltagsfreudig: Mit Eric Rohmer verstarb der charmante Quasselkasper der Nouvelle Vague

Nachruf: Barbara Schweizerhof

Die Begleitung für den Besuch eines Rohmer-Films sollte man sorgfältig auswählen: Menschen, die das Hauptmerkmal französischer Filme darin erblicken, dass „in ihnen so viel geredet“ wird, kommen nur dann infrage, wenn sie diesen Zug auch zu schätzen wissen. Gene Hackmans böses Aperçu aus Arthur Penns „Night Moves“ – in einem Rohmer-Film zu sitzen sei, als würde man der Farbe beim Trocknen zusehen – muss nämlich korrigiert werden: Es ist, als würde man Menschen dabei zusehen, wie sie übers Farbetrocknen sprechen – und über vieles andere auch.

Zum Beispiel über „Claires Knie“ aus dem Filmzyklus „Sechs moralische Erzählungen“. Gäbe es die Vorankündigung durch den Titel nicht, würden wir es zunächst gar nicht bemerken. Bis der Blick von Jérôme darauf fällt. Von da an haben wir Claires Knie stets doppelt vor Augen – im


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