Hiob und die Heisenberg’sche Unschärferelation

Feuilleton | aus FALTER 03/10 vom 20.01.2010

Mit der metaphysischen Farce „A Serious Man“ ist den Gebrüdern Ethan und Joel Coen ihr bester Film seit zehn Jahren gelungen

Filmkritik: Joachim Schätz

Mag Quentin Tarantino weiter von Film zu Film seinen Fußfetischismus pflegen, die Brüder Ethan und Joel Coen halten sich ein exklusiveres Steckenpferd: die Heisenberg’sche Unschärferelation.

Schon in ihrem Noir-Pastiche „The Man Who Wasn’t There“ (2001) baute ein windiger Anwalt seine Verteidigung eines Mordverdächtigen auf diesem Theorem der Quantenphysik auf, wonach sich zwei Messgrößen eines Teilchens nicht gleichzeitig exakt bestimmen lassen: Wird ein Faktor präzise gemessen, muss der andere ungefähr bleiben.

Ins Metaphysische gewendet, bedeutet das, „dass wir nie sicher wissen können, was passiert“. So erklärt das zumindest Larry Gopnik, College-Physikprofessor und duldsamer Protagonist von „A Serious Man“, dem letzten und besten Coen-Film der Nullerjahre.

Die Tragweite dieses Satzes wird Gopnik (eindringlich


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige