Nimm’s nicht so schwer, Gott ist ein Voyeur

Feuilleton | aus FALTER 03/10 vom 20.01.2010

Das Filmarchiv präsentiert die erstaunlich lange und reichhaltige Geschichte des heimischen Animationsfilms

Überblick und Interview: Michael Pekler

Rote Menschenknochen, die sich zu einem neuen Skelett zusammensetzen. Ein selbstgefälliger Adam, der sich von Gott nichts sagen lässt. Surreale Albträume. Zwei rosarote Liebende, deren Herzen einander im Rhythmus der Musik umschwirren.

Dass Österreich seit Jahrzehnten über eine große Szene Animationsfilmschaffender verfügt, ist wenig bekannt. Das mag an der historischen Vereinnahmung des Trickfilms durch die Werbung ebenso liegen wie an seiner undankbaren Positionierung innerhalb des Experimentalfilms. Obwohl im Gegensatz zu manchen Ländern Osteuropas – man denke etwa an die legendären DDR-Trickfilmstudios der Defa – der animierte Film hierzulande nie zu einer funktionierenden Industrie gelangen konnte, entwickelte er eine erstaunliche Vielfalt.

Bereits in frühen Jahren reicht das Spektrum von Agitation und offener Propaganda bis


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige