Im Zweifel für den Zweifel

Feuilleton | aus FALTER 03/10 vom 20.01.2010

Der Rausch hält an: die deutsche Band Tocotronic und ihr famoses neues Album „Schall & Wahn“

Würdigung: Gerhard Stöger

Tocotronic machen seit mittlerweile 17 Jahren das einfachste Ding der Welt: Sie spielen Rockmusik ohne Anspruch auf Perfektion und Virtuosität. Doch dabei gelingt ihnen das Komplizierteste überhaupt: Sie bleiben spannend; ändern ihr Vokabular, ohne die ureigene Sprache zu verlieren; reifen, ohne behäbig zu werden – und reihen schlicht Großtat an Großtat.

„Schall & Wahn“ heißt die neueste. Es ist das neunte Album der 1993 als Trio gegründeten und unterwegs zum Quartett angewachsenen Hamburger Band, deren Geheimnis sich nur schwer ergründen lässt.

Versuchen wir es mit einem Blick ans Ende der Konzerte zum letzten Album, „Kapitulation“, die Dirk von Lowtzow regelmäßig in der Horizontalen beendete. Schier besinnungslos lag der ansonsten so höflich und aufgeräumt wirkende Sänger da am Bühnenrand; der alte Hassliedklassiker „Freiburg“ wurde zum


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