Kabarett.Kritiken

Mamas Liebling: Neues von Reinhard Nowak

Lexikon | Valerie Kattenfeld | aus FALTER 04/10 vom 27.01.2010

Reinhard Nowak lehrt uns in seinem neuen Programm, dass Mamas eine ganz eigene Kategorie von Menschen sind. Die Spannweite reicht von Stillgruppengesprächen über windelfreie Erziehung und multifunktionale Klapp-BHs bis hin zur eigenen Mutter, einer kochunbegabten Sturnatur mit einer unverständlichen Affinität zu Biberratten – einem Ersatz-Highlight, das den kleinen Reini vom zu kostspieligen Schönbrunner Tiergarten ablenken sollte. Nowak breitet in „Mama“ die Geschichte einer Kindheit und Jugend aus, wobei er besonderes Augenmerk auf die sexuelle Entwicklung legt: vom heimlichen Blättern in den Unterwäscheseiten aus Mamas Quelle-Katalog und dem Spechteln im Ottakringer Bad (samt Entdeckung der weiblichen „Brunzbusch’n“) bis hin zu pubertären Verwirrungen dank Dr. Sommer. Bei einer ausführlichen Sodomiepassage fragt man sich allerdings schon ein bisschen, wo da die Mama geblieben ist. Ein ganz unterhaltsames und authentisches Anekdoten-Sammelsurium, das einen zum Schmunzeln bringt, bei dem das Auge jedoch trocken bleibt.

Kulisse, Fr 20.00


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