Film.Neu im Kino

Privatdeduktiv, sehr locker: „Sherlock Holmes“

Lexikon | Drehli Robnik | aus FALTER 04/10 vom 27.01.2010

Einst machte sein Scharfsinn unter der Deerstalker-Mütze in Roman- und Kinoserien die entfesselte Ratio zum detektivisch-deduktiven Denksport, der sich nicht immer in die Polizeiordnung fügt. Heute ist „Sherlock Holmes“ ein Superheldensoziopath, wie sie im Blockbuster gehäuft auftreten, inmitten von Action, die sich merklich entfesselt gebärdet. Dem Gesetz ist er noch immer nicht hold, dafür steht ihm Jude Law zur Seite, und die neckischen Geplänkel von Holmes und Watson sind hier weniger Herr-und-Knecht-Symbiose denn Odd-Couple-Intimalltag. Entlang eines Krimiplots samt Terrorsekte hört man viel Banjo im Score, sieht digitalen Londoner Frühindustrieflair, sitzt Schlägereien aus und nickt Flashbacks und -forwards ab, mit denen Madonnas Ex Guy Ritchie, als Regisseur auf Gangstercoolnessetüden abonniert, dem Denken ein Bild verleihen will. Trotz allem reizvoll ist, wie sich Robert Downey Jr. in Slapstick und divenhafte Tics der Titelrolle reintigert, als wäre dies schon „Iron Man 2“.

Ab Fr in den Kinos (OF im Burg und Haydn)


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