Menschen

Ballaballa Bonobo

Falters Zoo | Ingrid Brodnig & Christopher Wurmdobler | aus FALTER 04/10 vom 27.01.2010

Wie heißt noch einmal die aktuelle Begleitung von Richard Lugner? Also, den aktuellen Tiernamen der Dame mit dem verlängerten Haar und den verknappten Oberteilen, die den bezaubernden Namen Anastasia Sokol trägt, wissen wir doch. Bonobo? Egal. Jedenfalls gaben der Baumeister, 76, sein Töchterl Dschäckie, 16, dessen Boyfriend Namevergessen, 26, und eben Bonobo, 20, im irre eleganten Rahmen eines Kinocenters eine gespenstische Audienz. Es galt nämlich, den aktuellen Gast beim Opernball zu verkünden. Allerdings hatte man der versammelten Weltpresse vorerst nichts zu sagen und schwieg eisern. Alles Zombies! Schließlich platzte einem Reporter der Kragen. „Fangts endlich an“, rief er bös, und Lugner holte prompt das Katzi aus dem Sack: Lindsay Lohan, 23. Lindsay who?, werden Sie jetzt vielleicht fragen. Na, Hollywoods aktuelle Drogenprinzessin, die mit erstaunlich wenig Filmen (übrigens einem guten: Robert Altmans „A Prairie Home Companion“) erstaunlich viele Schlagzeilen macht. Jetzt weiß man nicht, wer am 11. Februar ärmer ist: Miss Lohan wegen der Zombies in der Oper? Oder die Lugnerischen, weil der Gast sich ja womöglich am Opernball-WC was reinzieht und anderweitig danebenbenimmt? Auweia!

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Bei der Quadrille sind Lugners Ballgäste eh nie mit von der Partie, viel zu komplex, die beliebte Massenchoreografie. Roman Svabek, Tanzlehrer, rät der Ballbevölkerung trotzdem: üben. In seiner Tanzschule kann man jetzt samstags den Formationstanz einstudieren; ja, wer sich gerne bewegt, kann anschließend auf allen Bällen glänzen oder bei Familienfesten selbst eine Quadrille anzetteln. Hat man Bonobo schon einmal tanzen sehen? Oder ist das Hobby der Dame ausschließlich Haarverlängerung?

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Brrr. Diesmal war es so richtig kalt am FM4-Geburtstagsfest. Vor der Open-Air-Bühne in der Arena lag zentimeterhoch der Schnee, selbst Heißgetränke kühlten binnen weniger Sekunden an der kalten Luft aus, und die Künstler schimpften über die Minusgrade. „Ich spüre meine Finger nicht mehr“, meinte etwa Laura-Mary Carter von den famosen Blood Red Shoes. Als Gitarristin hatte sie das Pech, während des Konzerts keine Handschuhe tragen zu können. Auch die Technik streikte teilweise. So mussten Get Well Soon ohne Geige auskommen. „Die ist uns beim Soundcheck eingefroren“, sagte Frontmann Konstantin Gropper. Der trug übrigens nicht nur eine Haube, um sich vor der Kälte zu schützen. „Zum letzten Mal habe ich mit sieben lange Unterwäsche getragen.“ Keine Sorge, Herr Gropper, wir hatten auch alle Skiunterwäsche an. Die ist zwar total uncool, aber besser als erfrieren. Spätabends durften dann eh alle in die beheizte Halle, in der zu guter Letzt das französische Elektroduo Something à la mode dem Publikum mit Cello und Violine einheizte. Und da kamen wir dann endlich ins Schwitzen.

E-Mail an den Zoo: zoo@falter.at


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