Milderungsgrund: Türke

Politik | Bericht: Stefan Apfl Matthias G. Bernold | aus FALTER 04/10 vom 27.01.2010

Opferschützer und Strafrechtler kritisieren das Urteil gegen einen Gewalttäter. In seiner Heimat wäre der Fall ein Skandal

Eine „Sauerei“ und einen Fall von „umgedrehtem Rassismus“ nennt es Scheidungsanwältin Helene Klaar. „Eine Katastrophe und eine Verhöhnung der Opfer“ ist es für Rosa Logar von der Interventionsstelle gegen Gewalt an Frauen. „Hier wurde das falsche Delikt angeklagt“, sagt Strafrechtler Reinhard Moos von der Uni Linz. Nur Gerhard Jarosch, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien, nennt die Entscheidung „tadellos“.

Die Rede ist vom Urteil gegen jenen 49-jährigen türkischstämmigen Mann, der 21-mal mit einem Messer auf seine Frau eingestochen hatte und ihrem Leben schließlich mit einer Eisenstange ein Ende setzen wollte. Wäre nicht sein Sohn dazwischengegangen, die Frau hätte den Sturm des Zorns, den sie mit den Scheidungspapieren entfacht hatte, nicht überlebt.

Zu sechs Jahren Haft wegen versuchten Totschlags wurde der Mann (nicht rechtskräftig)


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