Nachgetragen. Wien, Europa und die Welt. Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Die Eltern wollen mehr Ganztagsbetreuung, aber auch mehr Qualität

Politik | Ingrid Brodnig | aus FALTER 04/10 vom 27.01.2010

Sie spielen Theater, kicken am Sportplatz und bekommen Hilfe bei den Hausaufgaben. So kann gute Nachmittagsbetreuung aussehen. In der Praxis ist das mitunter nicht der Fall. Stattdessen landen Kinder in dunklen, engen Räumen ohne Lernhilfe. Das weiß Gerald Netzl nur allzu gut. Der Vorsitzende der Pflichtschulelternvereine fordert mehr ganztägige Betreuung an den Schulen.

Montagvormittag stand er neben Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ), die die Ergebnisse der Elternbefragung zu ganztägigen Schulangeboten präsentierte. Eines ist klar: Es besteht ein riesiger Bedarf an Nachmittagsbetreuung. Das Ministerium spricht von 350.000 Plätzen. Oft wünschen sich die Eltern auch bessere Qualität. Fast ein Viertel ist mit der ganztägigen Betreuung eher unzufrieden oder sehr unzufrieden.

Wie viel Quadratmeter gibt es pro Kind? Gibt es Grünraum? Wie professionell sind die Betreuer ausgebildet? Diese Fragen will Netzl österreichweit beantwortet bekommen. „Es gilt, hier einheitliche Standards zu schaffen“, sagt er. Eine bessere Betreuung würde den Druck auf die Eltern verringern. Sie haben oft das Gefühl, dass sie nachmittags – zum Beispiel mit Nachhilfe – ausgleichen müssen, was die Schule vormittags nicht leistet.


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