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Pressekolumne

Medien | Martin Gantner | aus FALTER 04/10 vom 27.01.2010

Der US-Korrespondent von Österreich, Herbert Bauernebel, ist 44, lebt mit Frau und Kindern in New York und ist seit 15 Jahren Journalist. „Eine unwirkliche Welt. Meine Welt. Aber wie lange noch?“, fragt er ratlose Leser. Über Bauernebel weiß ich schon mehr als über meine Redaktionskollegen, deren Namen ich mir kaum merke. Denn der Reporter ist oft selbst Teil der Nachricht. Wie damals, als er vom Tod Michael Jacksons berichtete oder als er den neuen Dan-Brown-Bestseller quasi noch am Ladentisch ins Deutsche erstübersetzte. Und jetzt eben Krisenreporter in Haiti. Dass Zeitungen ihre Journalisten inszenieren, ist nicht neu. Denken Sie an den einstigen profil-Gastro-Kritiker Christoph Wagner, der stets mit Messer und Gabel abgebildet war. Oder das Foto von Presse-Reporter Thomas Seifert in schusssicherer Weste. Ich hingegen werde gezeichnet, weil sich die Chefredaktion für Junkfood-Müll und einen untrainierten Kolumnisten geniert und der Verlag Anzeigen verkaufen muss. Dabei trag auch ich bloß eine schuss…


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