Das Schlachtschiff des analogen Zeitalters

Medien | Eloge: Joseph Gepp | aus FALTER 04/10 vom 27.01.2010

Ein Medium wie für die Ewigkeit: Der ORF-Teletext feiert sein 30-jähriges Bestehen. Wir verneigen uns voll Ehrfurcht

Auf der Fernbedienung den Teletext-Knopf zu drücken ist ungefähr so, als würde man ein Lokal betreten, in dem seit Jahrzehnten kein Sessel ausgewechselt wurde und die handgeschriebene Liederliste in der Jukebox immer noch die Schlagercharts des Jahres 1972 zeigt. Und man denkt sich: „Mein Gott, ist das schön.“

Nun feiert der ORF-Teletext, der älteste seiner Art in Kontinentaleuropa, sein 30-jähriges Bestehen. In seiner Geschichte wechselten die Macher, auch wenn der herrlich anachronistische Eindruck aufs Gegenteil schließen lässt, durchaus einige Sessel aus: Die Seiten mehrten sich, wurden polykoloriert; und zum Durchknattern eines kompletten Zyklus von Seite 100 bis Seite 800 braucht das Wunderding nunmehr nur noch 16,5 Sekunden. Wie eine Internetseite in den Neunzigern.

Trotzdem: Er bleibt der alte Teletext. Sein Eindruck ändert sich nicht wesentlich, bei allen


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