Das Kreuz mit den Kruzitürken

Feuilleton | Rezension: Matthias Dusini | aus FALTER 04/10 vom 27.01.2010

In der Ausstellung tanzimat im Augarten Contemporary zeigen Künstler den Nutzen und Nachteil Prinz Eugens für das Leben

Große Männer der Geschichte sind ein unsterbliches Ausstellungsgenre. Letztes Jahr wurde Karl der Kühne im Kunsthistorischen aus dem Grab des Geschichtsunterrichts exhumiert; demnächst ist Prinz Eugen, der Retter des katholischen Abendlandes vor dem Ansturm der Osmanen, in dem von ihm gebauten Schloss Belvedere an der Reihe.

Die bildende Kunst ist – im Historienbild – sowohl Propagandistin großer Geschichte wie auch deren Kritikerin: Das Fragmentarische, Nichtlineare und Collagierte, Kennzeichen moderner Ästhetik, läuft dem Anspruch auktorialer Geschichtsschreibung zuwider, den Lauf der Zeit aus der Vogelperspektive überblicken zu können. Was, fragt sie, haben alle diese trockenen Fakten mit dem Leben zu tun?

Die Ausstellung „tanzimat“ in der Belvedere-Außenstelle Augarten Contemporary – der Titel bezieht sich auf eine Reformperiode des Osmanischen Reiches


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