Nüchtern betrachtet

Laschenlarifari bei Sixpacks? Nein, danke!

Feuilleton | aus FALTER 04/10 vom 27.01.2010

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Am Donnerstag, den 21. Jänner, kurz vor 7.30 Uhr sind mir zwei leere Flaschen alkoholfreien Bieres der Marke Clausthaler classic zerborsten. Schuld daran sind Typen wie Arthur Rimbaud. Die beiden Flaschen gaben dieses unglaublich brutale Geräusch von sich, das entsteht, wenn Bierflaschen auf Steinböden aufspringen, den Zweitkontakt mit dem Granit haben sie nicht heil überstanden. In diesem Moment war ich ziemlich sauer auf Moderne-Apologeten wie den eingangs erwähnten Schwammkopf mit der devastierten Poetenfrisur. Dass man absolut modern sein müsse, mag als putzige Doktrin für die Kunst ja eine Zeitlang durchgehen, aber für große Teile des praktischen Lebens ist das totaler Quatsch. Und nicht einmal in der Kunst wird alles immer besser und schöner. Ich finde den Gedanken interessant, die Welt hätte entschieden, dass man zum Beispiel die Musikproduktion mit J.S. Bach einstellen könne,


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