Stadtrand. Urbanismuskolumne

Hier kommt die Wahl zum fiesen Wintervogel

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 04/10 vom 27.01.2010

Helft den armen Vögeln! Dieser Witz hat mindestens so einen Bart wie der neben dem Bildchen da unten. Aber wenn’s doch stimmt, jetzt bei der Kälte! Wir kleinen Tierfreunde sitzen also stundenlang am Fenster und schauen, was das Federvieh da draußen so treibt. Das Futterhäuschen birst fast vor Körnern, den Dummen, die das mit dem Häuschen nicht kapieren, haben wir Apfelscheiben, geölte Haferflocken und Nüsse auf den Boden gekippt. Aber: Stell dir vor, es ist angerichtet und keiner kommt! Zumindest zur „Stunde der Wintervögel“ herrschte am Futterplatz beängstigende Stille. Nix. Niemand da. Nicht einmal die sonst so verfressenen Tauben. Offenbar waren alle woanders, denn laut der Organisation Bird Life, die zur großen Vogelzählung aufgerufen hat, machte die Kohlmeise das Rennen. Vor Saatkrähe und Sperling ist sie in Wien der häufigste Wintervogel. Was Vogelkenner nicht überrascht – die Kohlmeise ist auch der gemeinste Wintervogel; wer im Weg ist, wird weggehackt, peck, peck. Ach, die Fieslinge sind halt immer auch die Niedlichsten.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige