Adler frisst Schlange

Stadtleben | Lokalkritik: Florian Holzer | aus FALTER 04/10 vom 27.01.2010

Halbmexikanische Lokale gibt’s viele. Und jetzt ein sehr mexikanisches

Mauricio Aceves kommt aus Mexiko City, die ja im 14. Jahrhundert dort gegründet wurde, wo ein Adler auf einem Kaktus eine Schlange fraß. Der Ort, wo die Mexica das beobachteten, lag allerdings auf einer Insel in einem See, und hier das prachtvolle Tenochtitlán zu errichten war durchaus mit Komplikationen verbunden. Und Aceves, der zuhause internationale Küche gelernt (mexikanische nicht, die unterliegt stets strenggehüteten Familiengeheimnissen) und sich während der vergangenen acht Jahre in Wiens Mexiko-Restaurants ordentlich Frustrationen abgeholt hatte, sah da durchaus Ähnlichkeiten zur Entwicklungsgeschichte seines Lokals: Quasi ohne Geld und ohne Chance auf eine Betriebsanlagengenehmigung baute er sein Los Mexikas in Eigenregie auf, seit Herbst ist die Küche warm, und mexikanischer hat man in Wien schon lange nicht mehr gegessen.

„Jede Kultur muss doch stolz sein auf ihr Essen“, sagt Aceves, weshalb


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