„Leonce und Lena“: Twilight-Farce à la Büchner

Steiermark | aus FALTER 04/10 vom 27.01.2010

::Wir hätten es wissen müssen. Dass Leonce und Lena die ersten Gruftis waren. „Mensch, Du hast mich um den schönsten Selbstmord gebracht. Ich werde in meinem Leben keinen so vorzüglichen Augenblick dafür finden …“, klagt Leonce im dritten Akt, „... und das Wetter ist so vortrefflich.“ Also stopft Tanja Kramberger Sebastian Reiß (Leonce) und Katharina Klar (Lena) in hübsche Gothic-Klamotten, und Sabine Freude hängt einen blassen Mond über die Szene – nebst allerhand vorsintflutlichen Apparaturen (Schraubsicherungen, Festnetztelefone), die auf jene Szene verweisen, wo Büchner seine Puppen als Mensch-Maschinen auftanzen lässt.

Nun: Büchner hat die Romantik in seiner Referenzhölle schmoren lassen, die Absolutismuskritik, den angewandten Pubertätsweltschmerz und die theoretische Philosophie. Doch die junge Regisseurin Bernadette Sonnbichler (neben der Audio-Lounge auf Ebene 3 verantwortlich für die Probebühnen-Produktionen „Elling“ und „The Homefront“) übersetzt

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