Kommentar

Attac-Ideen waren gestern noch radikal, heute sind sie salonfähig

Weltwirtschaft

Falter & Meinung | Matthias G. Bernold | aus FALTER 05/10 vom 03.02.2010

Wer die Meinung vertrat, Banken gehörten streng reguliert und Spekulanten an die Kandare genommen, wer von der Trockenlegung von Steueroasen faselte oder die Frage stellte, wie die Arbeitsstunde eines Bankdirektors das 10.000fache eines einfachen Arbeiters wert sein könnte, der galt vor fünf Jahren noch als Sonderling oder Sektierer, als Krypokommunist oder zeitgeistloser Ignorant.

Heute gehören derartige Positionen zum Vokabular der weltpolitischen Elite: Beim Weltwirtschaftsforum in Davos vergangene Woche etwa waren Worte zu hören, wie abgeschrieben aus Pierre-Joseph Proudhons „Handbuch des Börsenspekulanten“, einer Streitschrift wider die zerstörerische Allmacht der Geldwirtschaft aus dem Jahr 1857.

In Davos forderte Jean-Claude Trichet, Präsident der Europäischen Zentralbank, ein „globales Paket kohärenter Regulierungen“. US-Präsident Barack Obama kündigte die Aufspaltung großer Geldinstitute sowie eine Bankensteuer an. Am weitesten ging Frankreichs Staatspräsident


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