Gewendete Hälse, gewendete Mägen

Politik | aus FALTER 05/10 vom 03.02.2010

Vor zehn Jahren teilte sich das „gewendete“ Österreich in zwei Lager: Aber Regierung und ihre Gegner waren abhängiger voneinander, als sie dachten

Essay: Frederick Baker

Niemals zuvor in der Geschichte der Zweiten Republik war Österreich einer Revolte so nah wie bei den Protesten im Jahr 2000. Die Mischung aus Angst und Aggression spiegelte sich auch in den Namen der auftretenden Organisationen wider: „SOS Mitmensch“, „Gettoattack“, „Demokratische Offensive“ oder „Performing Resistance“. Am Morgen nach der „Wende“ zwangen tausende Demonstranten die schwarz-blaue Regierungsmannschaft dazu, in einem Tunnel vom Bundeskanzleramt zur Angelobung in die Hofburg zu schreiten.

Der Hauptzug der Demonstranten marschierte weiter zur FPÖ-Zentrale auf der Kärntner Straße. Nun erhöhte die Ordnungsmacht den Einsatz: Eine Hundertschaft von Polizisten rund um einen Lkw mit Wasserwerfer versperrte ihnen den Weg. Als eine kleine Gruppe Jugendlicher die Sperre zu durchbrechen versuchte,


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