Flieh den Ruhm, fang Kinder

Feuilleton | aus FALTER 05/10 vom 03.02.2010

J.D. Salinger hat die Weltschmerz-Bibel für Millionen Pubertierender geschrieben

Nachruf: Klaus Nüchtern

Vom Hörensagen weiß man, dass wirklich bedeutende Zeitungen Nachrufe schreiben lassen, sobald Zelebritäten ein bestimmtes Alter erreicht haben, und dann im Todesfall die Texte nur noch aktualisieren. Von dieser Warte aus betrachtet, hätte man den Nachruf auf J.D. Salinger schon pietätlos früh in Auftrag geben können: Viel nachzutragen wäre nicht gewesen zu jenen 16.293 Tagen zwischen der letzten Veröffentlichung – der Novelle „Hapworth 16, 1924“, die am 19. Juni 1965 im New Yorker erschienen war – und dem Tod des Autors vergangene Woche.

Salinger verstarb im 91. Lebensjahr auf seinem abgeschiedenen Anwesen in Cornish, New Hampshire, auf das er sich auf der Flucht vor dem Fluch des eigenen Ruhms bereits 1953 zurückgezogen hatte. Und dass Mark Krupnick, der den Salinger-Nachruf für den Guardian verfasst hat, bereits im März 2003 verstarb, ist eine hübsche Pointe aus


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