Sport = Kapital

Stadtleben | aus FALTER 05/10 vom 03.02.2010

In „Sport Studies“ reflektieren Wissenschaftler über Politik, Medien & Fußball

Buchbesprechung: Johann Skocek

Derzeit werden in Österreich zwei idealtypische Sportgeschichten erzählt. Die eine handelt vom korrupten ÖOC, von Freunderlwirtschaft, Untreue, Betrug und Geldschieberei, ein Saustall halt, den eine idealistische Sturmtruppe unter der Führung des Sportministers Norbert Darabos und des neuen ÖOC-Präsidenten Karl Stoss ausmisten will. Die zweite Mär ist der österreichische Fußballboom, dessen strahlende Helden die jungen, unverdorbenen, strebsamen, tüchtigen und in aller Welt begehrten Rapidler geben.

Die eine wie die andere Geschichte erschien noch vor eineinhalb Jahren gänzlich unwahrscheinlich, sozusagen fiktional. Mittlerweile scheint klar, dass Märchen einen massenwirksamen Realtraum darstellen und von aktuellen Problemen und Inszenierungen (Wirtschaftskrise, Vorarlberg- und OÖ-Wahl, Verdacht der Korruption in der Politik an den Beispielen Meischberger-Grasser,

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