Neu im Kino

Inkognito durch deutsche Lande: „Schwarz auf Weiß“

Lexikon | aus FALTER 06/10 vom 10.02.2010

Schwarz geschminkt, mit Afroperücke und braunen Kontaktlinsen, die Minikamera im Knopfloch und verkabelt, reiste Günter Wallraff ein Jahr lang kreuz und quer durch Deutschland, um das Verhältnis seiner Landsleute zu Menschen mit dunkler Hautfarbe zu erkunden. Um es gleich vorwegzunehmen: Kwami Ogonno, so Wallraffs Nom de Guerre in „Schwarz auf Weiß“, ist so gut wie nirgends willkommen. Inkognito mischt er sich unter Wochenendausflügler, Campingfreunde, Fußballfans, Schäferhundzüchter und Lokalbesucher, und die meisten von ihnen haben keine Scheu, ihre vermeintliche Überlegenheit zu demonstrieren oder Witzchen über den perfekt Deutsch sprechenden Mann („fünf Jahre Goethe-Institut!“) zu reißen. Weder ist diese Art des Filmemachens mit versteckter Kamera besonders elegant, noch fördert sie wirklich neue Erkenntnisse zutage, aber wie meinte schon Godard: Ihr immer mit eurer Subtilität! MO

Ab Fr in den Kinos


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