Neu im Kino

„Widerstand im Haider-land“ – ein Rückblick

Lexikon | aus FALTER 06/10 vom 10.02.2010

War das was? Sanktionen und Demonstration? Gar ein Lebenszeichen österreichischer Zivilgesellschaft? Aus einem Abstand von zehn Jahren blickt Frederick Baker, austrobritischer Filmemacher, zurück auf den „Widerstand im Haiderland“, indem er die Protagonisten von einst noch einmal vor die Kamera holt, eine kaum zu bändigende Fülle von privat gedrehtem Filmmaterial von den alldonnerstäglichen „Wandertagen“ ausbreitet und die Folgen der schwarz-blauen Regierung bis in die Gegenwart nachzeichnet. So bleibt es nicht bei den kritischen Befunden von Marlene Streeruwitz („Schüssel hat uns jede Woche zu Kindern gemacht“) oder Robert Menasse („Die ÖVP ist die austrofaschistische Nachfolgepartei“) und auch nicht bei den mal bauernschlauen (Andreas Khol), mal überraschend naiven (Reinhart Gaugg) Selbstinszenierungen, sondern der Film versucht in seiner Vielstimmigkeit über die nur nostalgische Rückversicherung hinauszukommen. Der blinde Fleck bei all dem: die Rolle der hiesigen „Leitmedien“, allen voran des Fernsehens. Umso befremdlicher wirkt die Hingabe und Ausführlichkeit, mit welcher der ORF im Herbst 2008 vom Begräbnis eines Kärntner Landhauptmannes berichtete – mit Bildern davon schließt der Film. Mo

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