Hörbuch der Stunde: Juhu, ich glaub, mein Wald brennt!

Lexikon | Anja Hirsch | aus FALTER 06/10 vom 10.02.2010

Glaubt man den nackten Zahlen, hatte der amerikanische Naturphilosoph Henry David Thoreau (1817–1862) mit seinem ersten Buch noch keinen rechten Erfolg – „Eine Woche auf den Flüssen Concord und Merrimack“ bescherten ihm vom Verleger eine Rechnung und die 706 nichtverkauften Exemplare. „Walden“ aber, 1854 erschienen, bewegte die Naturenthusiasten noch bis in die Zeit der Blumenkinder.

Zwei Jahre dauerte Thoreaus Selbstexperiment als Einsiedler in der Blockhütte seines Schriftstellerkollegen Ralph Waldo Emerson, zu dessen ehrwürdigem Kreis der „Transzendentalisten“ er sich zählte – die amerikanische Gegenbewegung zu den europäischen Romantikern.

Welche Unterschiede zu diesen bestanden, macht „Walden“ und die zwischen Nüchternheit und jugendlichem Überschwang oszillierende Stimme von Bernd Geiling sichtbar: Thoreau geht es um das einfache, selbstständige Leben. Er sieht keine universalen Kräfte walten und begeistert sich lieber fürs sinnliche Erleben – so sehr,


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