Ohren auf: Bach in Bearbeitungen

Sammelkritik

Carsten Fastner | Lexikon | aus FALTER 06/10 vom 10.02.2010

Die Unantastbarkeit geistiger Schöpfungen, der hehre Begriff der Autorenschaft, gar des Originalgenies sind ein Erbe des 19. Jahrhunderts, dessen Ideal darin besteht, Musik treu gemäß dem Willen ihres Verfassers aufzuführen.

In vorromantischen Zeiten war man da noch nicht so streng. Mozart etwa eignete sich die Musik von Johann Sebastian Bach an, indem er sie kurzerhand bearbeitete. Erstaunlich spät, erst 1782, hatte er die polyphone Kunst des Barockmeisters kennengelernt und einige Fugen (u.a. aus dem „Wohltemperierten Klavier“ und der „Kunst der Fuge“) für Streichtrio arrangiert – nicht nur zu Studienzwecken, wie die eigens dazukomponierten, einleitenden Adagiosätze zeigen.

Das Trio di Clarone um Sabine Meyer hat nun seinerseits vier dieser sechs Bach-Bearbeitungen (KV 404a) bearbeitet – für verschiedene Kombinationen von (Bass-)Klarinette und Bassetthorn – und um zwei Mozartraritäten (KV 617a, KV 410) sowie C.P.E. Bachs Klarinetten-Duo (Wq 142) ergänzt (AvI). Interpretatorisch

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