Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 06/10 vom 10.02.2010

Immer ist irgendwer irgendwo – irgendwann. Der Thurnher war grad noch in Indien, jetzt ist der Bernold in der Ukraine und SMSt, dass Demokratie geil sei – sagt der Klenk. Der Klenk steht in meinem Rücken, macht die Human Beatbox und schlägt vor, die Wand zwischen unseren Büros einzureißen. Jeden Montag zwischen 20.30 Uhr und 21.05 Uhr wird der Klenk von spontanem Distanzverlust befallen. Ich glaube, ich werde ein unaussprechbares Akronym dafür erfinden (PGMMS zum Beispiel: post-gestresstes Montagsmanie-Syndrom) und darüber dissertieren.

Die Ortner gibt dezente, aber bedenkenerweckende Geräusche von sich, die tendenziell in Richtung „Schildkröte nimmt Anlauf, um sich von einem Kreidefelsen der südenglischen Küste ins Meer zu stürzen“ (they call it the Rosamunde-Pilcher-suicide). Gut, die Ortner war schon da, als ich kurz vor acht die Redaktion betrat (und kurz darauf vom Stöger mit einem launigen „Ich dachte, um diese Zeit kommt die Fußpflege zu dir?!“ begrüßt wurde), aber warum ist die Brodnig nicht zu hören?! Sie ist nicht ihn ihrem Zimmer, das sie sich mit dem Bernold teilt (wo in der Ukraine ist). Im Bernoldbrodnigzimmer riecht es nicht nach indischem Essen, es hat circa 15 Grad weniger als im Rest der Redaktion, die Moleküle sind dort offenbar generell am Chillen. Ach genau: Die Brodnig hat sich unlängst mit dem absolut bizarren Hinweis verabschiedet, „am Berg“ und dort „nicht online“ zu sein. Was meint die damit??!! Der Kralicek ist in Berlin. So was versteh ich. Ich geh jetzt heim: Alle anderen sind eh schon überall anders. Immer.


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