Glosse

Wie die Justiz die gefängnislose Gesellschaft schafft

Krapfen statt Strafe

Falter & Meinung | Florian Klenk | aus FALTER 06/10 vom 10.02.2010

Waffengraf“ Alfons Mensdorff-Pouilly und Herzbergwerker Rainhard Fendrich haben etwas gemeinsam: Sie kommen mit Justitia ins Geschäft. Fendrich zahlt 15.000 Euro Buße, damit die Justiz ihn endlich mit seinen Koksgeschichterln in Ruhe lässt. Der Waffenkonzern BAE legt 320 Millionen hin, damit das britische Serious Fraud Office die Ermittlungen gegen den Gatten von Exministerin Maria Rauch-Kallat aus „öffentlichem Interesse“ einstellt.

Spende statt Strafe. Das lässt sich ausbauen. Julius Meinl könnte Geschenkkörbe für seine Anleger rausrücken, Karl-Heinz Grasser dem Falter die Website sponsern und Gerhard Dörfler die Zeche der Villacher Faschingsnarren begleichen. Die Justiz könnte sich wieder jenen widmen, die kein Geld haben. Sonst droht am Ende die gefängnislose Gesellschaft.


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