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Falter & Meinung | aus FALTER 06/10 vom 10.02.2010

Die Europäische Union muss jetzt ihre Rolle im Fall des fast bankrotten Griechenland überdenken

Kommentar: Markus Marterbauer

Griechenland gibt derzeit den Buhmann Europas. Von den EU-Finanzministern, der Europäischen Kommission und der Zentralbank hagelt es Kritik: Mit einem Budgetdefizit von 30 Milliarden Euro pro Jahr (12 Prozent des Bruttoinlandsprodukts) stehe nicht nur Griechenland selbst vor dem Staatsbankrott, sondern das Land gefährde auch die Stabilität des Euro. Nun müsse endlich Schluss sein mit den Budgetmogeleien, eisernes Sparen sei angesagt. Bis 2012 soll das Budgetdefizit auf sieben Milliarden Euro sinken, so die EU-Vorgaben.

Die griechischen Bilanzfälschungen waren ohne Zweifel fahrlässig und widersprachen allen europäischen Standards. Doch ähnlich fahrlässig und widersprüchlich sind Problemanalysen und Handlungsanleitungen, die von der Union und der Finanzpresse geboten werden. Besonders unbegründet ist die Hysterie um die angebliche Euroschwäche. Tatsächlich


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