Unter Narren

Politik | aus FALTER 06/10 vom 10.02.2010

1955 wurde Österreich befreit und der Villacher Fasching gegründet. Die Geschichte eines Staatsgschnases

Reportage: Stefan Apfl

Da ist sie wieder, diese bleierne Müdigkeit, die Alexander Telesko vor dem großen Moment stets überkommt. Manche beginnen zu zittern, ehe sie auf die Bühne treten, andere müssen sich übergeben, Telesko aber will schlafen.

Samstagnachmittags, 16 Uhr, der Countdown für die ORF-Aufzeichnung des Villacher Faschings steht auf vier Stunden. Dicke Flocken wirbeln durch die Genotteallee im Norden der Stadt. In der Lind-Apotheke, Nummer 24, sitzt der bekannteste Apotheker Österreichs und blickt zurück.

Als Alexander Telesko zum ersten Mal die Bühne des Villacher Faschings betrat, führte Bruno Kreisky eine sozialistische Alleinregierung. Die Grünen gab es damals noch nicht, dafür aber „Politiker mit Handschlagqualität“, sagt Telesko. „Nein, über Politik kann mir keiner was erzählen.“

25 Jahre lang verabreichte ihr der sympathische Brillenträger in seinem


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