Historisch

Politik | aus FALTER 06/10 vom 10.02.2010

Die meisten hiesigen Faschingsbräuche fußen auf der rheinländischen Narrenkultur, die sich über den Umweg Kärnten in Österreich durchgesetzt hat. Die militärähnlichen Gardeuniformen gehen auf den Protest gegen die französische Besatzung im Rheinland am Anfang des 19. Jahrhunderts zurück. Dort ist der Fasching traditionell politisiert. Während des Dritten Reichs wurden etwa die Prangerreden für Kritik an der NS-Herrschaft genutzt. In Österreich hingegen betrieben Nazis, die nach 1945 mit Berufsverbot belegt waren, unter dem Deckmantel von Faschingsgilden Wiederbetätigung

In Wien, wo der Faschingsbrauch kaum verbreitet ist, haben sich die Bälle durchgesetzt

„Lei-Lei!“ heißt übrigens so viel wie „liebevoller Tollpatsch, Tölpel, Narr“ und wurde 1906 erstmals vom Villacher Mundartdichter Hans Tschebull niedergeschrieben


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